Endoleak Aortenaneurysma

Endoleaktyp Beschreibung/Häufigkeit

Typ I  undichte proximale oder distale Verankerungsstelle
Typ II  retrograde Durchblutung über Seitenäste des Aneurysmas
Typ III  Diskonnektionen und Materialdefekte der Prothese
Typ IV  Porosität des Graftmaterials
Typ V Durchmesserzunahme des Aneurysmasacks > 0,5 cm trotz fehlendem Endoleaknachweis

Als vorbereitende Therapie können die Seitenäste
des Aneurysmas embolisiert werden (Ausnahme:
Notfall-EVAR). Ziel ist die Vermeidung einer
retrograden Perfusion des Aneurysmasacks über
die Lumbalarterien oder die A. mesenterica inferior
(Typ-II-Endoleak)

Typ-I-Endoleak
Ein Typ-I-Endoleak wird durch eine undichte
proximale oder distale Verankerungsstelle verursacht.
Gründe dafür können Stentprothesen mit
zu geringem Durchmesser oder eine Erweiterung
des Aneurysmahalses bei fortschreitender
Aneurysmaerkrankung sein.
Vermeidung eines Typ-I-Endoleak:
exakte präinterventionelle Vermessung
des Aneurysmahalses,
Ausschluss von Patienten mit ungünstigen
anatomischen Voraussetzungen (zu kurzer
Aneurysmahals, Mindestlänge: 15 mm),
Ausschluss von Patienten mit starker
Angulierungen des Aneurysmahalses,
Überdimensionierung der Stentprothesen
um 15–25% gegenüber dem Gefäßdurchmesser,
so dass diese durch die radialen
Expansionskräfte an der Gefäßwand fixiert
wird; gilt auch für die iliakalen Segmente,

Weiterentwicklung der Verankerungsmöglichkeiten,
z.B. durch Häkchen.
Therapie:
Nachdilatation der proximalen
Verankerungsstelle,
Implantation eines proximalen oder distalen
Verlängerungsstückes für die Stentprothese,
bei Endoleaks, die durch eine sekundäre
Dilatation des Aneurysmahalses verursacht
werden, ist eine Explantation der Prothese
in einer Operation erwägen und eine konventionelle
Therapie anzuschließen
(Konversions-Op)

Typ-II-Endoleak
Ein Typ-II-Endoleak entsteht durch eine retrograde
Durchblutung von Seitenästen des Aneurysmas.
Entscheidend ist die Anzahl der
offenen Seitenäste zum Zeitpunkt des Eingriffes.
Nach Freisetzen der Stentprothese wird der
antegrade Blutstrom in die noch offenen Seitenäste
unterbrochen. Durch die Umkehr des
Druckgefälles kann in diesen Gefäßen eine Flussumkehr
stattfinden. Je nach Anzahl der offenen
Seitenäste und den Druckverhältnissen fungieren
einige als Einstrom-, andere als Ausstromgefäße
und können dadurch eine Kollaterlazirkulation
innerhalb des Aneurysmasacks unterhalten. Sie
können dann nachgewiesen werden, wenn ein
gerichteter Blutfluss innerhalb des Endoleaks
etabliert ist, um eine Kontrastmittelaufnahme zu
ermöglichen.
Manchmal sind vorhandene Endoleaks wegen
eines Druckausgleichs nicht sicher nachweisbar,
lassen sich aber unter Umständen durch eine
selektive Angiografie nachweisen.
Risikofaktoren für Typ-II-Endoleaks sind offene
Lumbalarterien und die A. mesenterica inferior.
Manchmal können sich Endoleaks spontan wieder
verschließen. Nimmt der Durchmesser des Aneurysmasacks
wegen des Endoleaks zu, besteht eine
Behandlungsindikation.
Therapie:
Beobachtung/Verlaufskontrolle,
Ligatur in einer chirurgischen Operation,
Embolisation mit Coils oder Flüssigkeiten

Typ-III-Endoleak:
Ein Typ-III-Endoleak entsteht durch Diskonnektionen
und Materialdefekte im Bereich der
Prothesenschenkel. Hier besteht immer eine
Behandlungsindikation.
Therapie:
Implantation einer weiteren Stentprothese
in die bereits vorhandene möglich,
Explantation und Operation.

Typ-IV-Endoleak
Die Ursache für ein Typ-IV-Endoleak ist die
Porosität des Graftmateriales. Das Auftreten ist
abhängig vom verwendeten Prothesenmaterial
und kommt bei verschiedenen Stenttypen unterschiedlich
häufig vor.
Therapie:
Eine Behandlung ist meistens nicht notwendig,
da durch Fibrinablagerungen
die Mikroporen verschlossen werden

Typ-V-Endoleak (Endotension)
Das Typ-V-Endoleak beschreibt die Durchmesserzunahme
des Aneurysmasacks um mehr als
0,5 cm infolge erhöhter Druckbelastung bei jedoch
fehlendem Endoleaknachweis.
Therapie:
Explantation und Operation.

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