Intensivierte Frueherkennung bei FVMCA

Der Anteil der Mammakarzinome durch Genmutationen wird auf ca. 10% beziffert .
Dabei ist der Einfluss der so genannten BRCA-1- und BRCA- 2-Gene („breast and
ovarian cancer susceptibility genes“)
am besten untersucht.Diese werden autosomal
dominant auf die Nachkommen vererbt. Trägerinnen der BRCA-Mutation haben ein
deutlich erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Brust- und Eierstockkrebs. Etwa
60–80% der Frauen mit dieser Genmutation erkranken an Brustkrebs, und dies häufiger in jüngerem Alter.
Daher ist es bei diesen Frauen besonderes sinnvoll, schon vor dem sonst als
Screeningbeginn postulierten 50. Lebensjahr (bzw. in der Literatur oft ab dem
40. Lebensjahr
) eine intensive Früherkennung durchzuführen, zumal die Mammakarzinome in dieser Gruppe von Patientinnen durchschnittlich aggressivere Merkmale mit höherer Wachstumsgeschwindigkeit aufweisen als die sonstigen Mammakarzinome.Auch haben diese Patientinnen ein deutlich erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines kontralateralen Malignoms, dieses Risiko liegt bei ca. 40–60%, ist damit deutlich höher als das Risiko eines In-Brust-Rezidivs.
Zur intensivierten Früherkennung u. Nachsorge gehören dabei klinische Untersuchung,halbjährliche Utraschalluntersuchung und jährliche Mammographie, beginnend ab dem 30. Lebensjahr.
Die mammographische Untersuchung ist bei dieser Gruppe zumeist junger Frauen
nicht nur wegen der eingeschränkten Beurteilbarkeit des altersentsprechend dichten
Parenchyms problematisch. Im Programm zur intensivierten Früherkennung
wird daher ergänzend eine jährliche Magnetresonanztomographie (MRT) der Brust durchgeführt.

Der Einsatz der Mammographie führt zu einer deutlich erhöhten kumulativen Lebenszeitorgandosis im Vergleich zu Frauen,die am herkömmlichen (nichtintensivierten) Screening teilnehmen.
Als weitere Problematik kommt bei vorliegender pathogener Mutation des BRCA-Gens hinzu, dass Repairmechanismen gestört sind und somit für die betroffenen Frauen Röntgenstrahlung eine erhöhte Kanzerogenität aufweist.

Eine erhöhte Strahlenempfindlichkeit von Mutationsträgerinnen ist bisher allerdings in vivo nicht erwiesen. Aktuell muss diskutiert werden, ob im Rahmen einer intensivierten Früherkennung auf die regelmäßige Mammographie zugunsten der MRT verzichtet werden kann, um so das Risiko strahleninduzierter Mammakarzinome bei Hochrisiko- patientinnen zu minimieren.

Studie über Vorbeugung mit Antihormon Anastrozol:

www.brustkrebsvorbeugen.de

Brustkrebsrisiko-Test:

www.brustkrebsvorbeugen.de/infos.asp?Seite=/patienten/brust7start.asp

Hinterlassen Sie eine Antwort

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.


Zur Werkzeugleiste springen