MR_Biopsie

Es muss gesichert sein, dass die Untersuchung
bei prämenopausalen Frauen
zyklusgerecht (10. bis 17. Zyklustag) erfolgt
und bei postmenopausalen Frauen eine Hormonersatztherapie in einem geeigneten
Zeitintervall (4–6 Wochen) vor dem diagnostischen MRT abgesetzt wird [12]. Auch unter einer gestagenhaltigen intrauterinen Spirale sind hormonell bedingte
Anreicherungen häufig zu beobachten.

Bei bestehender Indikation kann die Durchführung einer MRT-gestützten Biopsie
durch verschiedene Einflüsse behindert
oder unmöglich gemacht werden:
F Patientenbezogene Gründe1 Die vorbeschriebene Läsion ist nicht mehr erkennbar. Der häufigste Grund hierfür ist eine hormonell bedingte
Anreicherung, die sich zum Biopsiezeitpunkt
nicht mehr darstellt oder das Absetzen einer Hormonersatztherapie

F Technische Gründe1 Eine zu starke Kompression der Brust kann zu Minderenhancement bis hin zum kompletten Verschwinden
der Läsion führen [15].

Spezialnadeln für die sehr kleine Brust mit geringerer Kompressionsdicke werden derzeit auf den Markt gebracht (ATEC® MRI Access).

Ein aktueller Gerinnungsstatus sowie
der Kreatininwert sollten zur Untersuchung
vorliegen.

Blutungskomplikationen – Die Patientin
sollte nach der Biopsie für einige
Stunden einen zirkulären Druckverband
erhalten und den ipsilateralen
Arm nicht zu intensiv beanspruchen

Vagovasale Reaktionen traten bei 6 von 538 Patientinnen auf (1%).F Allergie auf Lokalanästhetika.F Sehr seltene Komplikationen: Postinterventionelle
Infektion, Pneumothorax

Die am häufigsten von den Patientinnen geschilderten Beschwerden sind HWS-Schmerzen nach fixierter pronierter Lage.
Die Lagerung sollte deshalb besonders sorgfältig erfolgen und der individuellen Situation der Patientin so weit wie möglich
gerecht werden.

In jedem Falle einer invasiven oder nichtinvasiven malignen Histologie muss eine Nachexzision erfolgen. Auch eine atypische duktale Hyperplasie (ADH) als Hochrisikoläsion und Läsionen unklaren biologischen Verhaltens (histopathologisch
als so genannte B3-Läsionen eingestufte
Veränderungen, wie Phylloidestumoren,
radiäre Narbe etc.) müssen vollständig
exzidiert werden. Ein histologisches
upgrading aufgrund der Nachexzision
ergab sich bei Perlet et al. [14] für 5 von 17 Patienten mit einer ADH (29%) sowie für 3 von 64 Patienten mit einem duktalen Carcinoma in situ (DCIS; 5%).

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