Parsonage-Turner-Syndrom(PTS)

Krankheitsbild: Parsonage-Turner-Syndrom (PTS)

 

Das PTS ist ein akuter Schulterschmerz mit zunehmender Armschwäche. Synonym gebrauchte Begriffe sind neuralgische Schulteramyotrophie, akute brachiale Neuropathie, paralytische brachiale Neuritis, akute Neuritis der Schulter, akute brachiale Radikulitis oder Neuropathie des Armplexus.

Ätiologie

In 10 – 20 % der Fälle treten die Beschwerden Wochen nach einer Impfung oder einem akuten Infekt auf, selten auch nach Operationen, die nicht im Schultergürtelbereich durchgeführt wurden [1][2]. Ätiologisch werden auch allergische und autoimmunologische Ursachen diskutiert

Klinik

Das PTS ist durch einen plötzlichen, starken, brennenden Schmerz in der Schulter und gelegentlich fortgeleitet im Oberarm charakterisiert, der manche Patienten sogar aus dem Schlaf weckt. Am häufigsten ist der N. suprascapularis betroffen, weniger häufig der N. axillaris und/oder der N. thoracicus longus und in seltenen Fällen der N. subscapularis [4]. In 20 – 30 % der Fälle bestehen die Symptome beidseits. Männer sind im Verhältnis 2 : 1 häufiger betroffen. Bei den meisten Patienten geht der Schmerz nach einigen Tagen von selbst zurück, die begleitende Armschwäche bessert sich gewöhnlich im Verlauf von 3 – 4 Monaten. Manche Patienten leiden jedoch über Jahre oder dauerhaft an einer leichten Muskelschwäche. Je länger der Schmerz anhält, desto länger ist auch die Zeitspanne bis zur vollständigen Restitution mit Wiederherstellung der Muskelkraft

MRT. Der MRT-Befund ähnelt dem einer Nervenkompression. Die Befundausprägung hängt von der Dauer der Denervierung ab:

  • Im akuten Stadium zeigt die Muskulatur zunächst keine Auffälligkeiten.
  • Frühestens nach 2 – 4 Tagen, meist jedoch erst nach 2 – 4 Wochen, kommt es zu einer diffusen homogenen Signalanhebung in der T2- oder protonengewichteten Sequenz entsprechend einem Ödem.
  • Besteht die Denervierung unbehandelt über mehrere Monate, kommt es zu einer Atrophie und fettigen Degeneration des betroffenen Muskels [4][5]. Auf eine Übereinstimmung zwischen den betroffenen Muskeln und der Innervation aus dem Armplexus ist zu achten.

Im Gegensatz zu den Nervenkompressionssyndromen liegt beim Parsonage-Turner-Syndrom weder ein Tumor noch eine anderweitige Raumforderung vor.

 

 

 

 

Elektromyographie und Nervenleitgeschwindigkeit. Die Ergebnisse der Elektromyographie hängen von der Schwere des Nervenschadens und dem Untersuchungszeitpunkt ab. Die Läsion kann elektromyographisch dem Plexus brachialis zugeordnet werden und erlaubt dem Untersucher in Zusammenschau mit der Anamnese und der klinischen Untersuchung die Diagnose. Meist sind 3 Wochen nach Beginn des Schmerzes im Elektromyogramm Fibrillationspotenziale und positive Wellen als Hinweis auf die Denervierung nachweisbar. Die Nervenleitgeschwindigkeit des N. ulnaris und des N. medianus sind nicht verändert. Nach 3 – 4 Monaten, wenn sich die Muskelkraft langsam wieder normalisiert, finden sich elektromyographisch riesige polyphasische Potenziale

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One Response to “Parsonage-Turner-Syndrom(PTS)”

  1. Werner Says:

    D.D.: Nervus Supraspinatus-Kompressionssyndrom:

    Signalanhebung nur auf Musculus supraspinatus und infraspinatus
    beschränkt möglicherweise Raumforderung
    der Incisura scapulae

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