Behandlung hyperfunktioneller Schilddrüsenknoten

Die Konversion von einem hyperfunktionellen in ein
iso- bzw. hypofunktionelles Speichermuster in der Szintigraphie wurde in der Radiojodgruppe bei 16 von 17 Patienten (94 %)
und in der HIFU-Gruppe bei 8 von 15 Patienten (53 %) nachgewiesen (p = 0,024). Die Daten zeigen eine klare Überlegenheit
der Radiojodtherapie im Vergleich mit der HIFU bei der Behandlung hyperfunktioneller Schilddrüsenknoten, jedenfalls in dem
hier untersuchten (kleinen) Patientenkollektiv. Die Autoren sehen daher die Radiojodtherapie nach wie vor als Methode der
ersten Wahl bei autonomen Schilddrüsenadenomen an.

 

 

 

Der hochintensive fokussierte Ultraschall (HIFU) ist eine relativ neue Methode zur Behandlung von benignen Schilddrüsenknoten. In der hier vorgestellten prospektiven Studie wurde die Effektivität des HIFU in der Behandlung hyperfunktioneller Schilddrüsenknoten (sog. autonome Adenome) untersucht und mit der Effektivität der konventionellen
Radiojodtherapie verglichen. Als primärer Endpunkt der Studie wurde die Normalisierung des TSH-Wertes nach einem Jahr
gewählt, sekundäre Endpunkte waren die Änderung des Knotenvolumens und Änderungen im szintigraphischen
Speicherverhalten. Zwischen Januar und Dezember 2016 wurden 17 Patienten der Radiojod-Gruppe und 15 Patienten der
HIFU-Gruppe zugeteilt. Die Patienten mussten älter als 18 Jahre sein, zwischen den Behandlungsgruppen erfolgte ein
Matching bzgl. Alter und Geschlecht. Ein sonographisch nachweisbarer Schilddrüsenknoten wurde als hyperfunktionell
definiert, wenn szintigraphisch eine umschriebene Mehranreicherung bestand und gleichzeitig eine TSH-Suppression
(TSH < 0,1 IU/l) vorlag. Eine Schilddrüsenszintigraphie wurde vor sowie 1 Jahr nach der Behandlung durchgeführt, Hormonbestimmungen sowie sonographische Vermessungen des Knotenvolumens fanden vor bzw. 3, 6 und 12 Monate nach der
Behandlung statt. Ein Jahr nach der Therapie hatten 14 von 17 Patienten (82 %) in der Radiojod-Gruppe aber nur 4 der 15
Patienten (27 %) aus der HIFU-Gruppe den primären Endpunkt erreicht (p =0,0008). Verglichen mit den Ausgangswerten
waren in der Radiojodgruppe TSH zu allen Kontrollterminen signifikant höher sowie die Konzentrationen der freien
Schilddrüsenhormone signifikant niedriger als in der HIFU-Gruppe (p < 0,0001). Der Median des TSH-Wertes lag bei den mit
Radiojod behandelten Patienten bei 1,5 IU/l und bei den HIFU-Patienten bei 0,2 IU/l (p < 0,0001). In beiden Gruppen
entwickelte keiner der Patienten eine Hypothyreose. Das Knotenvolumen nahm in beiden Behandlungsgruppen ab, wobei
Thyroid-Lit. 50862
zwischen den Gruppen kein signifikanter Unterschied gefunden wurde. Die Konversion von einem hyperfunktionellen in ein
iso- bzw. hypofunktionelles Speichermuster in der Szintigraphie wurde in der Radiojodgruppe bei 16 von 17 Patienten (94 %)
und in der HIFU-Gruppe bei 8 von 15 Patienten (53 %) nachgewiesen (p = 0,024). Die Daten zeigen eine klare Überlegenheit
der Radiojodtherapie im Vergleich mit der HIFU bei der Behandlung hyperfunktioneller Schilddrüsenknoten, jedenfalls in dem
hier untersuchten (kleinen) Patientenkollektiv. Die Autoren sehen daher die Radiojodtherapie nach wie vor als Methode der
ersten Wahl bei autonomen Schilddrüsenadenomen an.

 

237. Folge des Henning
Schilddrüsenliteraturdienstes.

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