Covid-19 CT Thorax

CT_Covid_19

 

Intensiv COVID19

Hydroxychloroquine and azithromycin as a treatment of COVID-19

coronavirusriskfactors

Screening per Beteiligungsscore

COVID-19: Typische Merkmale im CT zeigen schwere Verläufe

Autor:
Robert Bublak

In der Diagnostik der COVID-19-Pneumonie nimmt die Computertomografie des Thorax eine herausragende Position ein. Das wird ein weiteres Mal durch eine Studie aus China belegt.

Eine Gruppe von Radiologen um Wei Zhao von der Universität Changsha in der chinesischen Provinz Hunan hat die klinischen Befunde von 101 Patienten mit laborchemisch bestätigter COVID-19-Pneumonie den Ergebnissen der Thorax-CT gegenübergestellt. Die bisher schon berichteten radiologischen Beobachtungen bestätigten sich auch in dieser Patientengruppe. Zudem aber konnten Zhao und Mitarbeiter den CT-Bildern spezifische Hinweise auf besonders schwere Verläufe der Pneumonie entnehmen.

70% der Patienten waren zwischen 21 und 50 Jahre alt, 5% hatten sich bei Familienmitgliedern infiziert. Die meisten Patienten entwickelten als erstes Symptom Fieber (78%). Die CT-Bilder zeigten bekannte Charakteristika: Milchglastrübungen (86%), einen Mix aus Trübungen und Konsolidierungen (64%), erweiterte Gefäße in den Läsionen (71%) und Traktionsbronchiektasien (52%). Die Läsionen waren bevorzugt in der Peripherie angesiedelt (87%), traten bilateral (82%) und betont in den unteren Lungenabschnitten (55%) auf. Kavitationen und Blütenzweigzeichen waren nicht zu erkennen.

Einteilung der Lungen in Zonen

Bei 14 der 101 untersuchten Patienten nahm die Pneumonie einen schweren oder sogar tödlichen Verlauf. Neun von ihnen waren älter als 50 Jahre. In den Begleitkrankheiten unterschieden sie sich nicht von der Gruppe der nur leicht oder mäßig Erkrankten. In der CT gaben sich schwere Verläufe aber durch typische Merkmale zu erkennen. So war die Organarchitektur häufiger verzogen, es waren öfter Traktionsbronchiektasien zu sehen, die intrathorakalen Lymphknoten waren vergrößert, es kam zu Pleuraergüssen und die Läsionen waren viel häufiger diffus verteilt.

Speziell das Ausmaß der Lungenbeteiligung war bei schweren Verläufen signifikant größer als bei leichteren Erkrankungen. Zhao und Kollegen ermittelten das mithilfe eines Scores, für den sie jede der beiden Lungen in drei Zonen einteilten: in die Bereiche oberhalb der Carina, von der Carina bis zur unteren Lungenvene und unterhalb der unteren Lungenvene. Je nach Beteiligung jedes Bereichs (0%, bis 25%, bis 50%, bis 75%, mehr als 75%) wurden zwischen 0 und 4 Punkte vergeben, sodass im ungünstigsten Fall ein Maximalscore von 24 Punkten erreicht wurde. Im Schnitt betrug der Score von Patienten mit schwer verlaufender COVID-19-Pneumonie 12,9 Punkte, leichte Verläufe lagen durchschnittlich bei 5,3 Punkten.

Patienten mit COVID-19-Pneumonie wiesen typische Veränderungen in der Thorax-CT auf, was im frühen Screening hochverdächtiger Fälle nützlich sein könne, konstatieren Zhao et al. „Es ermöglicht auch, Schwere und Ausmaß der Erkrankung zu beurteilen, wobei der Beteiligungsscore helfen kann.“

Literatur

Zhao W et al. Relation Between Chest CT Findings and Clinical Conditions of Coronavirus Disease (COVID-19) Pneumonia: A Multicenter Study. AJR Am J Roentgenol 2020; https://doi.org/10.2214/AJR.20.22976

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