Mammakarzinom Chemotherapie Risiko

 

Patienten, die klinisch ein hohes Risiko haben, im MammaPrint-Test aber ein Genprofil mit niedrigem Risiko, entwickeln ohne Chemotherapie auch über 8 Jahre nur wenig mehr Fernmetastasen als mit Chemotherapie, wie die anlässlich der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellten Langzeitergebnisse zeigen.

 

Brustkrebs_ Wann nach genetischem Testergebnis auf die Chemotherapie.._

 

Amsterdam – Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) prüft, ob vor Beginn einer Therapie mit Fluorouracil und verwandten Wirkstoffen ein genetischer Screeningtest vorgeschrieben werden soll, der auf genetische Störungen in der Metabolisierung des Zytostatikums hinweist. Anlass für die Prüfung sind offenbar Todesfälle durch versehentliche Überdosierungen in Frankreich und England. Eine kürzlich in Lancet Oncology (2018; 19: 1459-1467) publizierte Studie aus den Niederlanden zeigt Wege auf, wie eine Toxizität verhindert werden kann.

Das Zytostatikum Fluorouracil wird im Körper über das Enzym Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD) abgebaut. Seit Längerem ist bekannt, dass genetische Funktionsstörungen des Enzyms DPD häufig sind. Nach Angaben der EMA ist bei bis zu 8 % der Bevölkerung die DPD-Konzentration erniedrigt. Bei bis zu 0,5 % der Bevölkerung fehlt das Enzym vollständig.

Die verminderte Metabolisierung führt zu erhöhten Wirkstoffkonzentrationen von Fluorouracil und damit zu einer verstärkten Toxizität. Sie kann sich durch Neutropenie, Neurotoxizität, Diarrhö und Stomatitis bemerkbar machen. Patienten mit einem vollständigen Mangel an DPD sollten daher kein Fluorouracil erhalten. Betroffen sind auch die Prodrugs Capecitabin, Tegafur und Flucytosin. Capecitabin und Tegafur werden wie Fluorouracil in der Krebstherapie eingesetzt, Flucytosin ist ein Antimykotikum.

Die Problematik ist bekannt und ein Test auf Mutationen im DPD-Gen ist verfügbar. Vorgeschrieben ist sein Einsatz jedoch nicht. Dies könnte sich bald ändern, denn der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der EMA hat auf seiner Märzsitzung ein Verfahren nach Artikel 31 der Richtlinie 2001/83/EG eingeleitet. Antragsteller war die französische Arzneimittelagentur ANSM.

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